Die glückliche Ehe – ein Gedicht

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Ein Gedicht über eine glückliche Ehe

Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769), ein deutscher Erzähler, Fabel- und Liederdichter hat diese besondere Gabe, etwas auf eine ganz besondere Art und Weise zu vermitteln. Eines seiner schönsten Gedichte handelt von der glücklichen Ehe. Doch bevor ich lange darüber schreibe, empfehle ich es zu lesen. 😉

Die glückliche Ehe

Gedankt sei es dem Gott der Ehen!
Was ich gewünscht, hab´ ich gesehen:
Ich sah ein recht zufriednes Paar;
Ein Paar, das ohne Gram und Reue,
Bei gleicher Lieb´ und gleicher Treue
In kluger Ehe glücklich war.

Ein Wille lenkte hier zwo Seelen.
Was sie gewählt, pflegt auch er zu wählen,
Was er verwarf, verwarf auch sie:
Ein Fall, wo andre sich betrübten,
Stört ihre Ruhe nie. Sie liebten,
Und fühlten nicht des Lebens Müh´.

Da ihn kein Eigensinn verführte
Und sie kein eitler Stolz regierte:
So herrschte weder sie noch er.
Sie herrschten; aber bloß mit Bitten.
Sie stritten; aber wenn sei stritten,
Kam bloß ihr Streit aus Eintracht her.

So wie wir, eh´ wir uns vermählen,
Uns unsre Fehler klug verhehlen,
Uns falsch aus Liebe hintergehn:
So ließen sich auch in den Zeiten
Der zärtlichsten Vertraulichkeiten
Sie nie die kleinsten Fehler sehn.

Der letzte Tag in ihrem Bunde,
Der letzte Kuß von ihrem Munde
Nahm wie der erste sie noch ein.
Sie starben. Wann? – Wie kannst du noch fragen?
Acht Tage nach den Hochzeitstagen;
Sonst würden dies nur Fabeln sein.

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Über den Autor:

Andreas Bernknecht: Spiritual Teacher & Coach, Lebensberater, Seminarleiter für Freiheit im Denken, Handeln und Leben mit dem Ziel durch Freude und Liebe eine neue Dimension für mehr Lebensqualität für viele Menschen zu erlangen.

Kommentare

  1. Ina Wöran  April 23, 2017

    Unsere Beziehungen dienen der Entwicklung und nirgends kommen die kosmischen Gesetzte so zum Tagen wie in unseren engsten Beziehungen 😉

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